Gedanken zum fahrscheinlosen ÖPNV

Foto: Andrew Nash (2010)Fahrscheinlose Nutzung ÖPNV zum Nulltarif
Mobilität nach Einkommen – Nicht mit uns!

Jedem, der sich in Wien aufhält, ist, unabhängig vom Einkommen, die Möglichkeit an der Teilhabe am öffentlichen und kulturellen Leben zu gewähren. Die Mobilität bestimmt sich in Wien durch den Individualverkehr und die Nutzung des ÖPNV. Wir wollen mittelfristig eine unentgeltliche Nutzung des ÖPNV einführen, um das soziale Recht der Mobilität vom Einkommen des Einzelnen abzukoppeln.

Mehr Lebensqualität in der Stadt

Ein fahrscheinloser, gemeinschaftlich finanzierter ÖPNV kann einen weiteren Beitrag dazu leisten, den Individualverkehr in der Stadt weiter zu begrenzen und Wiener und die Gäste unserer Stadt auf die Nutzung des innerstädtischen Nahverkehrs umzulenken. Weniger Individualverkehr bedeutet weniger Lärm und Emissionen. Wien benötigt weniger Parkflächen besonders innerhalb des Gürtels und gewinnt mehr nutzbare Freiräume.

Service statt Kontrolle

Die Umstellung des ÖPNV auf eine unentgeltliche Nutzung bedeutet keinen Verlust von Arbeitsplätzen. Statt die Fahrgäste zu kontrollieren, wird freiwerdendes Personal zur Verbesserung des Informationsservice eingesetzt. Fahrgäste werden wieder Gäste in den öffentlichen Verkehrsmitteln und sind keine potentiellen Schwarzfahrer mehr.

Wie sieht die derzeitige Situation aus?

Nachdem die Wiener Grünen im Wienwahlkampf 2010 noch Jahreskarten für € 100,- verlangt haben, folgt jetzt die große Ernüchterung. Mit der Tarifreform der Wiener Linien, die ab 1. Mai 2012 in Kraft tritt, verändert sich nicht viel: Das Einzelticket bleibt bei € 2,20 und für die Jahreskarte werden € 365,- eingezogen. Nicht ganz das anvisierte Wahlkampfziel. Was jedoch erheblich teurer wird, ist das Schwarzfahren, von € 70,- auf € 100,-. Das bedeutet, dass finanziell benachteiligten Menschen die Mobilität zusätzlich unterm Strich weiter eingeschränkt wird.

Cross Border Leasing (CBL)

Die Stadt Wien hat in den Jahren 1993 – 2001 Cross Border Leasing Verträge mit nebulösen amerikanischen Investoren zu einem Gesamttransaktionsvolumen von $ 1,67 Milliarden abgeschlossen. Beim Vertragsgegenstand handelt es sich um “Straßenbahn und U-Bahnzüge (Wiener Linien)”. Ende 2004 wurde CBL verboten, die bestehenden Geschäfte laufen aber weiter. CBL ist riskant und unmoralisch, gesellschaftliche Infrastruktur wird in unbekannte private Hände gegeben und für 99 Jahre gebunden.

Gemeinschaftliche Finanzierung

Die Finanzierung erfolgt grundsätzlich über die Erhebung öffentlicher Abgaben. Eingespart wird sämtlicher Verwaltungsaufwand rund um Fahrscheinerzeugung, -vertrieb, -kontrolle, usw. Die Piratenpartei Österreichs fordert zusätzlich die Offenlegung aller CBL-Verträgen, im vorliegenden Fall besonders diejenigen die Wiener Linien betreffend. Wer mit öffentlichem Gut derart sorglos umgeht um damit weit über eine Milliarde Dollar einzusacken kann auch an Konzepten interessiert sein, die die Lebensqualität von allen Mitmenschen steigert.

Diskussion dazu im Wiener Forum.

– Weiterführende Links –

* http://berlin.piratenpartei.de/2011/08/ … 1-verkehr/
* http://de.wikipedia.org/wiki/Personenna … in_Hasselt
* http://www.schwarzfahren.de
* http://www.letsmakemoney.at/diefakten/c … asing.html

This entry was posted in Dies & Das and tagged , , , , , , , . Bookmark the permalink.

Leave a Reply

Your email address will not be published. Required fields are marked *

*


3 + five =

You may use these HTML tags and attributes: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>